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Modelle des Kompetenznachweises

Beobachtungen am Arbeitsplatz oder Portfolios werden in der deutschen Berufsbildung bisher nicht als Kompetenznachweise akzeptiert. Soll eine punktuelle Leistungsfeststellung ein umfassendes Bild von den erreichten Lernergebnissen einer Lerneinheit erfassen, muss sie verschiedene Elemente enthalten, die ganzheitliche Projektaufgaben mit Einzelnachweisen kombinieren. Im Projekt EDGE wurden dafür drei Modelle entwickelt (nach Reglin/Schöpf 2012):

  1. Einzelne, komplexe Aufgabe: In diesem Verfahren werden die in einer Lerneinheit erworbenen Kenntnisse, Fertigkeiten und Kompetenzen in einer einzelnen Aufgabe abgeprüft. Der Vorteil dieses Verfahrens besteht darin, dass die einzelnen Kompetenzen in ihren wechselseitigen Bezügen gezeigt werden. Allerdings ist die Konstruktion solcher Aufgaben, die dann auch sehr umfangreich ausfallen, sehr aufwändig.
  2. Komplexe Aufgabe, ergänzt durch schlanke Tests: Einer abschließenden Arbeitsaufgabe, die nicht alle Lernergebnisse der Lerneinheit abdeckt, werden Wissenstests oder die Begutachtung von Arbeitsergebnissen während der Durchführung der Lerneinheit vorangestellt.
  3. Projektaufgaben zunehmender Komplexität ergänzt durch schlanke Tests: Dabei erfolgt die Lernergebnisfeststellung in mehreren Projektaufgaben mittlerer Reichweite, die während des Kompetenzerwerbs durchgeführt werden und punktuelle Tests für Kenntnisse und Fertigkeiten. Dieses Modell hat den Vorteil einer formativen Ausrichtung, ist jedoch mit hohem Aufwand für Konzeption, Begutachtung und Dokumentation verbunden.

Im Zentrum des Kompetenznachweises steht jeweils eine Arbeitsprobe.

Der Ablauf kann so aussehen:

Phase 1 – Wissen:
Theorietest mit Bezug zur Arbeitsprobe

Phase 2 – Vorbereitung und Planung:
Analyse von Zeichnungen, Planung der Arbeitsschritte, Planung der Ressourcen

Phase 3 – Durchführung:
Herstellung des Werkstücks

Phase 4 – Kontrolle und Bewertung:
selbstständige Prüfung des Werkstücks, Abschlussgespräch mit Prüfer